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Heute schreiben wir den 18. Oktober 2012. In vielen Gebieten in Deutschland herrscht ein Fahrradboom, man braucht sich nur mal das nahe Karlsruhe anzuschauen: 25% aller Autofahrer wechselten in den letzten 10 Jahren auf das Fahrrad. Eine grandiose Erfolgsgeschichte. Und wie haben die das geschafft? Die haben einfach die geltenden Normen eingehalten, miese Radverkehrsinfrastruktur aus den 60ern ersetzt durch moderne Radverkehrsanlagen, die diesen Namen auch verdienen. Und wo das nicht passierte, hat man zumindest meistens die Radwegbenutzungspflicht aufgehoben. Die ganzen Verkehrsverlagerungen traten wahrscheinlich erst nach den 20-Punkte-Programm der Stadt Karlsruhe ein, d. h. die drastischen Verkehrsverlagerungen traten erst nach 2005 auf, also innerhalb von 7 Jahren. Seitdem wurden jedes Jahr etwa 1,3 Mio€ in den Radverkehr investiert, eine kleine Summe wenn man bedenkt was so alles in den Autoverkehr fließt.

Natürlich ist auch in Karlsruhe (noch) nicht alles eitel Sonnenschein, aber man kann dort gut sehen, was geht wenn man denn will.

Und was ist in Bretten und Umgebung passiert?

So gut wie nichts.

Dementsprechend niedrig ist auch der Radverkehrsanteil im Brettener Verkehr, wobei es ja bereits ein Wunder ist dass es überhaupt Radverkehr gibt, denn Stand heute ist Radverkehr auf vielen Brettener Straßen schlicht und einfach nicht legal möglich. Sei es weil die „Radwege“ viel zu eng bemessen sind und man zwangsweise in den Fußgängerbereich kommt (mindestens 10€ Strafe) und/oder die „Radwege“ gleich so gefährlich sind, dass man lieber auf der Fahrbahn fahren sollte (mindestens 15€ Strafe). Ein in Karlsruhe sehr beliebtes Mittel zur Radverkehrsförderung ist die Öffnung von Einbahnstraßen für gegenläufigen Radverkehr, doch auch hier schläft Bretten komplett, auch wenn dies nur ein paar Euro kosten würde, und zwar desjenigen der „Radfahrer Frei“-Schilder anschraubt. Als große Leistung kann man verbuchen, dass nach Beschwerden die Fußgängerzone nun für den Radverkehr freigeben wurde, nachdem schon länger eine Radroute diese kreuzt. Allerdings sind noch immer nicht alle Zugänge zu dieser für den Radverkehr freigeben, das hat sich auch nach meiner letzten Beschwerdemail nicht geändert, wenigstens wurde aber die Zahl der legalen Zugänge erhöht.

Gut, was kann Bretten jetzt tun?

Eigentlich das einzigst logische: Überall wo die Radler durch “Radwege” gefährdet werden, sollte zumindest die Benutzungspflicht aufgehoben werden, einen ersten Erfolg kann man in Teilabschnitten in der Ruiter Straße sehen: Zwischen Otto-Hahn-Straße und Ruit ist die Benutzungspflicht zumindest teilweise aufgehoben worden. Auch auf höhe des Freibades soll die Benutzungspflicht noch dieses Jahr abgeschafft werden, wodurch das gefährliche Einordnen bei der Bahnbrücke entfällt. Weiter soll das Radwegende am Alexanderplatz in Richtung Diedelsheim besser gestaltet werden und einige ausgeschilderte Radrouten sollen legal befahrbar werden. Für mehr sieht die Stadtverwaltung Bretten, die Polizei und das Landratsamt erst mal keine Veranlassung, auch wenn weiterhin viele Gefahrenstellen in Bretten existieren an denen teilweise nur deshalb nichts passiert, weil sich niemand an die unsinnigen Anordnungen der Stadt hält. Das zu beheben kostet eigentlich nichts, es müssten ja nur die Schilder entfernt werden die diesen Unsinn anordnen. Wieso das nicht passiert weiß bis auf die Verantwortlichen wohl niemand.

Hoffen wir dass sich das mit ein bisschen Öffentlichkeit ändert.

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