Archiv für den Monat: Februar 2013

Podiumsdiskussion bei der IHK Karlsruhe

Heute war ich auf einer Podiumsdiskussion des ADFC und der Stadt Karlsruhe in den Räumen der IHK. Zuerst referierte Herr Böhner vom ADFC über die Ergebnisse des Fahrradklimatestes. Hier hatte ja Karlsruhe, im Gegensatz zu Umlandgemeinden wie z.B. Bruchsal oder Pforzheim, sehr gut abgeschnitten.

Danach gab es eine Podiumsdiskussion mit Gisela Splett (Verkehrsministerium), Gudrun Zühlke (ADFC) und Vertretern der Städte Offenburg, Karlsruhe, Filderstadt, Lörrach und Heidelberg. Ein Vertreter aus der Stadt Pforzheim wollte nicht kommen, der aus Esslingen war krank.

Die Diskusionsthemen waren teilweise sehr interessant, so meinte z. B. der Offenburger Vertreter, dass ein Fahrradbeauftragter mit einer Handlungsvollmacht vom OB ausgestattet werden muss und einen eigenen Mitarbeiterstab benötigt. Nur dann kann er sich erfolgreich zum Wohle des Radverkehrs einsetzen. In Offenburg wurde auch jüngst das 5. Fahrradförderprogramm begonnen. Zur aller [Rathausmitarbeiter] Überraschung wurde vom externen Gutachter empfohlen, den Radverkehr wieder auf die Fahrbahn zu verlegen.

Später kam das Gespräch auf Schutzstreifen, der Filderstädter OB meinte, dass diese oft sogar den KFZ-Verkehr verflüssigen, wenn wegen der Schutzstreifen Parkplätze wegfallen.

Gisela Splett erwähnte daraufhin, dass das Land aktuell Schutzstreifen außerorts untersuche. Zudem wurde über den Stand des Fördertopfes für innerstädtische RVA berichtet. Es sind bereits 285 Förderanträge eingegangen die einen Fördervolumen von 60 Mio.€ Entsprechen. Es stehen jedoch nur 10-15 Mio.€ zur Verfügung…

Weiter erfuhr man, dass Heidelberg, zusammen mit Mannheim und Ludwigshafen einen gemeinsamen Radschnellweg planen, der entlang der Bahntrasse verlaufen soll.

Zum Schluss gab es noch die ein oder andere erkenntnisreiche Diskussion.

Der (Auto)Verkehrsplan der CDU

In der Ausgabe der Brettener Woche, vom 13. Februar 2013 kündigt die CDU einen neuen „Verkehrsplan“ für die Innenstadt an. Dieser entpuppt sich aber schnell als ziemlich heiße Luft, wenn man den Artikel dann liest. Als einziges wirklich neues Bauteil dieses „Verkehrskonzeptes“ wird die schon so oft geforderte, aber zweifelhafte Umkehrung der Einbahnstraße Pforzheimer- und Weißhofer Straße, mit einen zwingenden Linksabbieger in die Sporgasse versehen. Dieser soll dann auf der heutigen Geradeaus-/Rechtsabbiegerspur verlaufen. Dass dann die Gelenkbusse dort eventuell nicht mehr ums Eck kommen, scheint bei diesen Plänen nicht zu interessieren. Von einer Verlängerung der FuZo vom Marktplatz bis zur Sporgasse will die CDU nichts wissen, aber sie will wenigstens die Fahrbahn verschmälern. Nicht aber, damit die Fußgänger mehr Platz haben – nein es sollen neue Parkplätze entstehen.
Dass Fußgänger, ÖV und der Radverkehr bei diesen Überlegungen keine Rolle spielen ist zwar schlimm, noch absurder wird die Situation, wenn man bedenkt dass dieses Konzept sogar für die Autofahrer mit immensen Nachteilen verbunden ist. So werden alle Autos aus Bretten-Ost in die Georg-Wörner-Straße gezwängt, wo diese dann an der Ecke mit der Pforzheimer Straße mit den Autoverkehr Richtung Sporgasse kollidieren. Wer die Situation dort kennt und wird ahnen, dass dies dort zu einer Unfallhäufungsstelle und langen Staus führen wird.
Weiter wird eigentlich nur mal wieder die Verlegung der L1103 aus Oberderdingen verlangt und sogar die Südtangente wird wieder aus den Archiven geholt, da ja angeblich auf der Wilhelmstraße der Verkehr zunehmen würde. Eine Erklärung, wieso dies Passieren soll, bleibt die CDU aber schuldig.
Dass man den Autoverkehr auch auf andere Verkehrsarten (Fußgänger, ÖV und Rad) umlegen könnte, wie dies der Stadt Karlsruhe erfolgreich gelingt, darauf kommt die CDU aber leider nicht.