Archiv für den Monat: November 2012

zusammenkommen.ankommen beim MVI

Heute war ich auf der Veranstaltung „zusammenkommen.ankommen“ des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur (MVI) in Stuttgart. Dies war die 3. Veranstaltung dieser Art und widmete sich alleine den Radverkehr. Vorher wurden Veranstaltungen mit Taxifahrern und Busfahren abgehalten. Die Veranstaltung wird zu einem späteren Zeitpunkt auf der Website des MVI veröffentlicht.
Zuerst hielt Minister Herrmann eine kleine rede über das Thema, er erwähnte die bekannten Radfördermittel des Landes u.a. die Kampanje RadKultur. Weiter bemängelte er die „Steigerung” des Radetats des Bundes von 100 Mio.€ auf 60 Mio.€.
Dann begann die eigentliche Veranstaltung, wo es erst mal um die Kombi ÖV – Rad und die Situation bei Arbeitgebern ging. Erkenntnisse waren z. B. dass die heutige schwierige Situation mit der Radmitnahme (jeder Verkehrsverbund brät sein eigenes Süppchen) angeblich nicht gelöst werden könne, da dafür ja die Verkehrsverbünde zuständig seien. Warum allerdings das vor langer, langer Weile doch mal geklappt war als das Ganze noch Landessache war weiß keiner…
Allgemein wird die Fahrradmitnahme nicht als das bevorzugte Mittel angesehen, dies ist nach Landesmeinung die Abstellung am Bahnhof. Dabei wird eine Abstellmöglichkeit mit Dach und Anschlussmöglichkeit für den Rahmen als ausreichend angesehen. Gegen Vandalismus will man offenbar noch nichts machen.
Angeregt wurde, die Mehrzweckabteile besser zu kennzeichnen (große Symbole an den Sitzen). Generell will Herrmann bei der DB-AG anregen eine eigene Veranstaltung zur Fahrradmitnahme zu organisieren.
Nach einer Pause kam der 2. Teil, wo es um Infrastruktur und Sicherheit ging. Zuerst wurde klargestellt, dass man jetzt auch Radschnellwege fördern wolle und dies Beispielsweise in Freiburg schon mache. Auch das Radnetz BaWü soll in den nächsten Jahren kommen. Dabei handelt es sich um Pendlerrouten entlang der Entwicklungsachsen.
Zum Thema Sicherheit war klar, dass sowohl Radwegbenutzungspflicht als auch Helmpflicht in der Runde, keine Befürworter haben. Herrmann überlegt es sich offenbar eine Bundesratsiniziative einzubringen die Radwegbenutzungspflicht und einige andere sinnlose Radverkehrsgesetze endgültig zu kippen. Hoffen wir, dass er erfolg hat. Generell will das MVI die Kommunen in Sachen Radverkehr besser informieren.

Zum Schluss unterhielt ich mich noch mit Herrn Öhmann von der NVBW. Dieser betonte noch mal, dass das Land in Sachen Beschilderung nur für Landesrouten zuständig ist, anders gehende Meinungen sämtliche Alltagsroute würden durch das Land ausgeschildert sind also nicht stimmig. Für Landesradrouten sollen Mindestqualitätsmerkmale ausgearbeitet werden, die dann auch umgesetzt werden sollen.

Schweriner Versuch

Die Stadt Schwerin hat einen interessanten Versuch gestartet:

Auf der etwa 7km langen Strecke zwischen Friedrichsthal und der Schweriner Innenstadt wurde getestet, welches Verkehrsmittel am besten abschneidet. Die Ergebnisse sind wirklich interessat:

Das Fahrrad und das Pedelec schnitten fast ausnahmslos am besten ab, nur bei der Stressbelastung gab es abstriche die auf die hügelige Lage Schwerins zurückzuführen seien. Extrem interessant war das schlechte Abschneiden des Elektro-PKW in allen Kategorien.

Selbst bei Zeit und Komfort erreichte der fossile PKW nur den 4. Platz nach Pedelec, Fahrrad und E-Roller.

Extrem interessant ist auch die Kategorie Kosten, wo der fossile Roller am 2. schlechtesten abschnitt, schlechter als ein fossiler PKW. Natürlich gewinnt das Rad diese Wertung souverän.

Damit zeigt sich wieder einmal, dass das Fahrrad bei Entfernungen unter 5km das beste Verkehrsmittel ist. Somit ist es mal wieder seltsam, dass die Stadt Bretten alles tut, um Fahrradverkehr zu vermeiden.

Hier das Video:

Die gesamte Studie kann hier heruntergeladen werden.

Der große Kreisel-Irrsinn

Anfang Oktober wurde am ovalen Kreisel an der Zufahrt der Bahnhofstraße die Radwegfurt verändert. Dadurch wird der Schwenk vor der Radwegfurt aus der Zähringer Straße kommend etwas entspannt, doch aus der Bahnhofstraße kommend sieht es jetzt ganz lustig aus:Hier ist es mit nur artistischen Künsten möglich, den Radweg zu folgen. Dies habe ich mal zum Anlass genommen ein Video über diesen Kreisel zu drehen. Da ich mit meinen wendigen Faltrad fuhr kam ich an dieser Stelle sogar ums Eck…

Das man neue “Radwege” prinzipiell nach den Normen zu bauen hat ist wohl irgendwie im eifer des Gefechts untergegangen. Die ERA fordert:

  • Mindestens 2m Radwegbreite, ausnahmen nur bei geringer Radverkehrsstärke (ERA 2010, Abschnitt 2.2.1)
  • eine taktile, mindestens 0,3m breite Trennlinie zwischen Gehweg und Radweg (ERA 2010, Abschnitt 11.1.5)
  • kreisbetonte Führung ohne Verschwenkungen (ERA 4.5.3)

Wird dies nicht erfüllt, darf man keine Radverkehrsanlage NEU bauen. Daher ist in diesen Kreisel eine Fahrbahnführung einzurichten.