Kategorie-Archiv: “Radwege”

“Radverkehr vor Ort – Landkreis Karlsruhe” erschienen

Der ADFC Landesverband hat jetzt eine Ausgabe der Reihe Radverkehr vor Ort über den Landkreis Karlsruhe herausgebracht. Darin kommen auch verschiedene Knackpunkte aus der Region Bretten zur Sprache, wie z.B. die unübersichtliche Radverkehrssituation in der Altstadt, die bergige Radverkehrsführung nach Wössingen oder gesperrte Radrouten wie die Verlängerung des St. Johannes Weges. Insgesamt kommt der ADFC u folgenden Fazit:

Im Landkreis Karlsruhe sind die Radfahrer noch nicht dem motorisierten Verkehr gleichgestellt. Es gibt Benachteiligungen bei Vorfahrtsregelungen und Ampelschaltungen. Routen, die eigentlich gut ausgeschildert sind, enden vor verbotenen Wegen. Viel Handlungsbedarf besteht auch bei den Einbahnstraßen – es ist noch viel zu tun, bis der Landkreis so fahrradfreundlich ist wie die Stadt Karlsruhe.

Zum Vergleich:
Radverkehr vor Ort – Stadt Karlsruhe
Radverkehr vor Ort – alle Ausgaben

Der Todeskreisel

Nachdem ich hier schon 2x (hier und hier) über Kreisverkehre berichtet habe, möchte ich nun mal ein kleines praktisches Experiment vorstellen:

Ich umrundete dazu je 3x den ovalen Kreisverkehr in der Bahnhofstraße. Und das zuerst auf den „Radwegen“, wie dies laut Landratsamt, Stadtverwaltung und Polizei am sichersten sei und danach machte ich das gleiche auf der Fahrbahn. Das Ergebnis hat mich dann doch überrascht denn so schlimm hatte ich die Situation nicht eingeschätzt:

Im Schnitt ergab sich pro Runde eine gefährliche Situation, die bei Unachtsamkeit beider beteiligten zu einer lebensgefährlichen Kollision hätte führen können. Um mich nicht unnötig zu gefährden (wir wissen ja, wie gefährlich Radwege im Kreisverkehr sind), entstanden die Aufnahmen nicht während der Hauptverkehrszeit, sondern bei mäßigen Verkehr an einen Samstag Nachmittag.

Man braucht natürlich nicht zu erwähnen, dass ich trotz, deutlich flotterer Fahrweise auf der Fahrbahn keine einzige gefährliche Situation erlebt habe. Die „Logik“ Radfahrer auf die Gehwege zu verbannen wird also mit jedem Nachdenken darüber undurchsichtiger.

Sicher durch den Kreisverkehr

Kreisverkehre bringen bei geringer bis mittlerer Verkehrsstärke erhebliche Zeit- und Sicherheitsgewinne für den Autoverkehr und auch der Fußverkehr kann davon profitieren. Doch leider gilt das nicht für den Radverkehr. Dieser wird zwar nicht mehr gefährdet als an anderen Kreuzungsformen, doch sicherer wird es für ihn nicht unbedingt. Jetzt hat eine Studie der Unfallforschung der Versicherer die verschiedenen Führungsformen des Radverkerkehrs untersucht, um herauszufinden wie man einen Kreisverkehr mit dem Fahrrad am besten durchquert.

Erst mal wurden die verschiedenen Führungsformen definiert:

  • Radverkehr auf der Fahrbahn
  • Radverkehr im Seitenraum, bevorrechtigt
  • Radverkehr im Seitenraum untergeordnet

Das Fazit der Studie ist eindeutig:

Nach Merkblatt gestaltete Kreisverkehre sind relativ sicher.

  • Das Ablenkmaß ist unbedingt so zu wählen, dass eine geschwindigkeitsreduzierende Wirkung erreicht wird. Markierte Innenringe sind dazu ungeeignet, da sie permanent überfahren werden.
  • Mischverkehr auf Kreisfahrbahn ist sicherste Form der Radverkehrsführung, auch bei hohen Belastungen.
  • Radwege mit Bevorrechtigung (Furtmarkierungen) sind unsicherste Führungsform und bieten für Radverkehr keine Verbesserung gegenüber signalisierten Knotenpunkten (aber auch keine Verschlechterung).

Gut, wieso ist das so?

Die Untersuchung hat gezeigt dass Radfahrer ihre Vorfahrt bei bvorrechtigung im Seitenraum auch offensiv einfordern. Das dumme daran ist aber dass wegen der höheren Geschwindigkeit des Radverkehrs die Autofahrer die Radfahrer längst nicht so gut sehen, diese sind auf den Radweg auch unter Umständen schneller unterwegs als die Autos auf der Kreisfahrbahn. Da ist es schlicht logisch, dass Autofahrer auch mal Radfahrer übersehen und dann kommt es eben zu Kollisionen, vor allem da auf solchen Radverkehrsführungen Radfahrer oft entgegen der Kreisrichtung unterwegs sind. Sind die Radfahrer im Seitenraum untergeordnet müssen diese sich an den Aus- und Einfahrten um ihre Sicherheit kümmern und tauchen nicht überraschend vor Autos auf. Fahren die Fahrradfahrer aber auf der Fahrbahn dann sind diese genau dort, wo Autofahrer sowieso andere Verkehrsteilnehmer vermuten müssen und die Radfahrer werden automatisch gesehen.

Beim Fahren auf der Kreisfahrbahn entstehen 19% aller Unfälle dadurch, dass Autofahrer Radfahrer kurz vor den ausfahren, noch überhohlen. Daher ist es auf jeden Fall anzuraten so zu fahren, dass man im Kreisverkehr nicht überholt werden kann. Das heißt also, in der Mitte der Fahrbahn zu fahren. Dies ist nach zahlreichen Verkehrsexperten auch aus den Baden-Württembergischen Verkehrsministerium keine Behinderung/Nötigung usw. da in 1-spurigen Kreisverkehren sowieso Überholverbot herrscht. Zu diesen Thema noch ein Verkehrssicherheitsfilm aus der Schweiz:

Es ist schon seltsam, dass in Bretten ausgerechnet die Kreisverkehre mit den größten Verkehrsaufkommen für Radfahrer unbrauchbar gestaltet wurden. Die einzigen für Radverkehr sicheren Kreisverkehre befinden sich in Tempo 30 Zonen oder dort, wo kein Platz war, Fahrradfahrer zu gefährden. Als halbwegs sicher kann man noch den Kreisverkehr in der Pforzheimer Straße beim Kraichgaucenter ansehen, doch ist dort leider eine nicht sehr befriedigende Situation für Fußgänger entstanden.

Wieso die Straßenverkehrsbehörden nicht einfach das sichere Fahrradfahren auf der Fahrbahn erlauben, wird wohl deren Geheimnis bleiben. Objektiv gibt es keine Gründe dagegen.

zusammenkommen.ankommen beim MVI

Heute war ich auf der Veranstaltung „zusammenkommen.ankommen“ des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur (MVI) in Stuttgart. Dies war die 3. Veranstaltung dieser Art und widmete sich alleine den Radverkehr. Vorher wurden Veranstaltungen mit Taxifahrern und Busfahren abgehalten. Die Veranstaltung wird zu einem späteren Zeitpunkt auf der Website des MVI veröffentlicht.
Zuerst hielt Minister Herrmann eine kleine rede über das Thema, er erwähnte die bekannten Radfördermittel des Landes u.a. die Kampanje RadKultur. Weiter bemängelte er die „Steigerung” des Radetats des Bundes von 100 Mio.€ auf 60 Mio.€.
Dann begann die eigentliche Veranstaltung, wo es erst mal um die Kombi ÖV – Rad und die Situation bei Arbeitgebern ging. Erkenntnisse waren z. B. dass die heutige schwierige Situation mit der Radmitnahme (jeder Verkehrsverbund brät sein eigenes Süppchen) angeblich nicht gelöst werden könne, da dafür ja die Verkehrsverbünde zuständig seien. Warum allerdings das vor langer, langer Weile doch mal geklappt war als das Ganze noch Landessache war weiß keiner…
Allgemein wird die Fahrradmitnahme nicht als das bevorzugte Mittel angesehen, dies ist nach Landesmeinung die Abstellung am Bahnhof. Dabei wird eine Abstellmöglichkeit mit Dach und Anschlussmöglichkeit für den Rahmen als ausreichend angesehen. Gegen Vandalismus will man offenbar noch nichts machen.
Angeregt wurde, die Mehrzweckabteile besser zu kennzeichnen (große Symbole an den Sitzen). Generell will Herrmann bei der DB-AG anregen eine eigene Veranstaltung zur Fahrradmitnahme zu organisieren.
Nach einer Pause kam der 2. Teil, wo es um Infrastruktur und Sicherheit ging. Zuerst wurde klargestellt, dass man jetzt auch Radschnellwege fördern wolle und dies Beispielsweise in Freiburg schon mache. Auch das Radnetz BaWü soll in den nächsten Jahren kommen. Dabei handelt es sich um Pendlerrouten entlang der Entwicklungsachsen.
Zum Thema Sicherheit war klar, dass sowohl Radwegbenutzungspflicht als auch Helmpflicht in der Runde, keine Befürworter haben. Herrmann überlegt es sich offenbar eine Bundesratsiniziative einzubringen die Radwegbenutzungspflicht und einige andere sinnlose Radverkehrsgesetze endgültig zu kippen. Hoffen wir, dass er erfolg hat. Generell will das MVI die Kommunen in Sachen Radverkehr besser informieren.

Zum Schluss unterhielt ich mich noch mit Herrn Öhmann von der NVBW. Dieser betonte noch mal, dass das Land in Sachen Beschilderung nur für Landesrouten zuständig ist, anders gehende Meinungen sämtliche Alltagsroute würden durch das Land ausgeschildert sind also nicht stimmig. Für Landesradrouten sollen Mindestqualitätsmerkmale ausgearbeitet werden, die dann auch umgesetzt werden sollen.

Der große Kreisel-Irrsinn

Anfang Oktober wurde am ovalen Kreisel an der Zufahrt der Bahnhofstraße die Radwegfurt verändert. Dadurch wird der Schwenk vor der Radwegfurt aus der Zähringer Straße kommend etwas entspannt, doch aus der Bahnhofstraße kommend sieht es jetzt ganz lustig aus:Hier ist es mit nur artistischen Künsten möglich, den Radweg zu folgen. Dies habe ich mal zum Anlass genommen ein Video über diesen Kreisel zu drehen. Da ich mit meinen wendigen Faltrad fuhr kam ich an dieser Stelle sogar ums Eck…

Das man neue “Radwege” prinzipiell nach den Normen zu bauen hat ist wohl irgendwie im eifer des Gefechts untergegangen. Die ERA fordert:

  • Mindestens 2m Radwegbreite, ausnahmen nur bei geringer Radverkehrsstärke (ERA 2010, Abschnitt 2.2.1)
  • eine taktile, mindestens 0,3m breite Trennlinie zwischen Gehweg und Radweg (ERA 2010, Abschnitt 11.1.5)
  • kreisbetonte Führung ohne Verschwenkungen (ERA 4.5.3)

Wird dies nicht erfüllt, darf man keine Radverkehrsanlage NEU bauen. Daher ist in diesen Kreisel eine Fahrbahnführung einzurichten.

Die Radlerfalle Im Brückle

Ich werde nun in loser Folge die ganzen Brettener Gefahrenstellen im Radverkehr aufzählen. Anfangen werde ich mit einer der gefährlichsten, der Straße im Brückle:

Es gehört schon eine ganze Kanne Verstand dazu eine eigendlich so ungefährliche Straße wie Im Brückle in eine lebensgefährliche Radlerfalle zu verwandeln, aber die Stadt Bretten bekommt dies zuverlässig hin.
Wie dass?
Erst mal weißt man einen vollkommen unnötigen benutzungspflichtigen Radweg aus. Aber wozu? Benutzungspflicht darf nach StVO §45 Absatz 9 darf als Beschränkung des fließenden Verkehrs nur dann angeordnet werden…

…wenn auf Grund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht, die das allgemeine Risiko einer Beeinträchtigung der in den vorstehenden Absätzen genannten Rechtsgüter erheblich übersteigt.

Sprich auf der Fahrbahn müsste irgendwas komplett Gefährliches anzutreffen sein. Ist es aber nicht. Daher ist eine Benutzungspflicht schon mal absolut unsinnig und illegal.

Auf den gemeinsamen Geh- und Radweg lauern aber sehr wohl Gefahren:
Zuerst einmal muss man die Fahrbahn auf Höhe der Pforzheimer Straße queren, für Brettener Verhältnisse geht das aber sogar komfortabel und sicher, schließlich gibt es eine Querungshilfe.

Auf den linksseitigen gemeinsamen Geh- und Radweg angekommen muss man feststellen, dass der Weg mit 2,4m zu schmal ist. Nach den Verwaltungsvorschriften zur StVO §2 Randziffer 20 ist die Mindestbreite einer solchen Konstruktion aber 2,5m. Die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen verlangen als Regelmaß sogar 3m. Nur bei sehr geringer Radverkehrsstärke darf man ausnahmsweise 2,5m verwenden.
Nun sehen wir also einen benutzungspflichtigen Geh- und Radweg, der schon 2x gegen die StVO verstößt, aber trotzdem benutzt werden muss. Einen nachvollziehbaren Grund hat mir die Stadt Bretten bis heute nicht genannt. Aber das alles kennt man ja aus Bretten und sollte nicht weiter schockieren, wenn denn nicht das Radwegende wäre.

Dafür hat sich die Brettener Stadtverwaltung sehr viel Mühe gegeben und die gefährlichste Stelle im gesamten Verlauf des „Radweges“ gefunden:

So kann der Radfahrer auf keinen Fall sehen, wenn jemand aus den Wohngebieten kommend um die Ecke rast (hier sind trotz Kindergarten 50km/h erlaubt), und wird somit zuverlässig umgefahren. Auch für die Leute die aus den Wohngebieten kommen, ist es beinahe unmöglich vom Radweg auf die Fahrbahn wechselnde Radfahrer zu erkennen. Dazu kommt auch noch dass Radfahrer dazu verleitet werden den „Radweg“ in „Ideallinie“ zu verlassen, sprich die Kurve als Geisterfahrer durchfahren. Am Samstag begegnete ich an dieser Stelle einen Fahrradfahrer mit Kinderanhänger der genau so fuhr. Nur weil ich, die Gefahr kennend, dort mit meinem Fahrrad sehr langsam fuhr und bremsen sowie ausweichen konnte kam es nicht zur Kollision. Ein nicht ortskundiger Autofahrer (der ja nicht mit solch einen Unsinn rechnen muss) wäre wohl mit den Fahrradfahrer kollidiert.

Hier die Sicht wie sie die Verkehrsteilnehmer aus den Wohngebieten kommend auf die Stelle haben:

Schlussendlich muss man feststellen:

Diese „Radweg“konstruktion ist absolut lebensgefährlich und verstößt gegen das Gesetz. Einen Grund dort nicht auf der Fahrbahn zu fahren gibt es nicht. Und der einzigste Grund, weshalb es an dieser Stelle noch keine schweren Unfälle gab, ist ganz einfach:

Fast alle Fahrradfahrer wissen, dass diese Stelle absolut gefährlich ist. Deshalb fahren sie entweder auf den Gehweg weiter und gefährden die Kinder am Kindergarten und riskieren einen Strafzettel von 10€ oder sie fahren komplett auf der Fahrbahn (was dort das Sinnvollste ist) und riskieren einen Strafzettel von 15€. Beide Optionen sind aber besser als sich einfach an die Verkehrsregeln zu halten und mit seiner Gesundheit oder gar seinen Leben zu bezahlen.

Ich habe mich über diese Situation bereits 3x (2x schriftlich, 1x mündlich) beim Brettener Ordnungsamt beschwert. Es wird dort definitiv kein Handlungsbedarf gesehen.

VCD-Besichtigung in Bretten

Am Dienstag, den 2. Oktober veranstaltete der VCD eine Besichtigung der Radverkehrsanlagen in Bretten. Mit dabei war u.A. auch eine Reporterin der BNN-Bretten sowie 2 Damen der Brettener Grünen. Als örtlicher Aktiver des VCD habe ich auf einige Gefahrenstellen hingewiesen (z.B. die Masten auf den Radwegen in der Bahnhofstraße, die unübersichtlichen Ausfahrten in der Wilhelmstraße und vor allem auf das lebensgefährliche Radwegende im Brückle. Auch auf die Tatsache dass kein einziger Radweg in Bretten ordentlich ausgeführt wurde habe ich verwiesen. Alles in allen wurde meine Auffassung auch von den nicht VCDlern geteilt

Berichte in den Medien:
Neues aus der Region (Entspricht den BNN-Artikel)
U&V 3/12

Start des Blogs

Heute schreiben wir den 18. Oktober 2012. In vielen Gebieten in Deutschland herrscht ein Fahrradboom, man braucht sich nur mal das nahe Karlsruhe anzuschauen: 25% aller Autofahrer wechselten in den letzten 10 Jahren auf das Fahrrad. Eine grandiose Erfolgsgeschichte. Und wie haben die das geschafft? Die haben einfach die geltenden Normen eingehalten, miese Radverkehrsinfrastruktur aus den 60ern ersetzt durch moderne Radverkehrsanlagen, die diesen Namen auch verdienen. Und wo das nicht passierte, hat man zumindest meistens die Radwegbenutzungspflicht aufgehoben. Die ganzen Verkehrsverlagerungen traten wahrscheinlich erst nach den 20-Punkte-Programm der Stadt Karlsruhe ein, d. h. die drastischen Verkehrsverlagerungen traten erst nach 2005 auf, also innerhalb von 7 Jahren. Seitdem wurden jedes Jahr etwa 1,3 Mio€ in den Radverkehr investiert, eine kleine Summe wenn man bedenkt was so alles in den Autoverkehr fließt.

Natürlich ist auch in Karlsruhe (noch) nicht alles eitel Sonnenschein, aber man kann dort gut sehen, was geht wenn man denn will.

Und was ist in Bretten und Umgebung passiert?

So gut wie nichts.

Dementsprechend niedrig ist auch der Radverkehrsanteil im Brettener Verkehr, wobei es ja bereits ein Wunder ist dass es überhaupt Radverkehr gibt, denn Stand heute ist Radverkehr auf vielen Brettener Straßen schlicht und einfach nicht legal möglich. Sei es weil die „Radwege“ viel zu eng bemessen sind und man zwangsweise in den Fußgängerbereich kommt (mindestens 10€ Strafe) und/oder die „Radwege“ gleich so gefährlich sind, dass man lieber auf der Fahrbahn fahren sollte (mindestens 15€ Strafe). Ein in Karlsruhe sehr beliebtes Mittel zur Radverkehrsförderung ist die Öffnung von Einbahnstraßen für gegenläufigen Radverkehr, doch auch hier schläft Bretten komplett, auch wenn dies nur ein paar Euro kosten würde, und zwar desjenigen der „Radfahrer Frei“-Schilder anschraubt. Als große Leistung kann man verbuchen, dass nach Beschwerden die Fußgängerzone nun für den Radverkehr freigeben wurde, nachdem schon länger eine Radroute diese kreuzt. Allerdings sind noch immer nicht alle Zugänge zu dieser für den Radverkehr freigeben, das hat sich auch nach meiner letzten Beschwerdemail nicht geändert, wenigstens wurde aber die Zahl der legalen Zugänge erhöht.

Gut, was kann Bretten jetzt tun?

Eigentlich das einzigst logische: Überall wo die Radler durch “Radwege” gefährdet werden, sollte zumindest die Benutzungspflicht aufgehoben werden, einen ersten Erfolg kann man in Teilabschnitten in der Ruiter Straße sehen: Zwischen Otto-Hahn-Straße und Ruit ist die Benutzungspflicht zumindest teilweise aufgehoben worden. Auch auf höhe des Freibades soll die Benutzungspflicht noch dieses Jahr abgeschafft werden, wodurch das gefährliche Einordnen bei der Bahnbrücke entfällt. Weiter soll das Radwegende am Alexanderplatz in Richtung Diedelsheim besser gestaltet werden und einige ausgeschilderte Radrouten sollen legal befahrbar werden. Für mehr sieht die Stadtverwaltung Bretten, die Polizei und das Landratsamt erst mal keine Veranlassung, auch wenn weiterhin viele Gefahrenstellen in Bretten existieren an denen teilweise nur deshalb nichts passiert, weil sich niemand an die unsinnigen Anordnungen der Stadt hält. Das zu beheben kostet eigentlich nichts, es müssten ja nur die Schilder entfernt werden die diesen Unsinn anordnen. Wieso das nicht passiert weiß bis auf die Verantwortlichen wohl niemand.

Hoffen wir dass sich das mit ein bisschen Öffentlichkeit ändert.