Kategorie-Archiv: kommentierte Presseberichte

Herrmann und die Helmpflicht

So, nun hat also Verkehrsminister Herrmann ein Gutachten über Sinn und Unsinn einer Helmpflicht auf den Weg gebracht. Dies Soll klären inwiefern Helme überhaupt schützen, und ob Radler im Falle einer Helmpflicht dann wieder auf andere Verkehrsmittel umsteigen.

Die badische Zeitung hat nun einen Artikel darüber gebracht der dann doch wieder zum schmunzeln ist:

In Baden-Württemberg verunglückten 42 Radfahrer tödlich, von denen 33 keinen Helm trugen.

AHA. Bei einer Helmtragequote von 10% sollten also maximal 4 Radler mit Helm tödlich verunglücken, wenn man denn ernsthaft von einer Sicherheitswirkung von Helmen ausgehen will.

Dies ist aber ganz augenscheinlich schon einmal nicht der Fall, diese Zahlen lassen (mal wieder) eher das Gegenteil vermuten.

Es bleibt spannend, was in dieses Gutachten hineinfließt, aber wenn man die Erfahrungen aus Australien (wo man dank Helmpflicht einen deutlichen Rückgang des Radverkehrs verzeichnen kann) und die Untersuchungen aus Großbritannien (wo man feststellte, dass man mit Helm viel dichter überholt wird) dann kann man mit gesundem Menschenverstand nicht zu einer Helmpflicht kommen.

Der (Auto)Verkehrsplan der CDU

In der Ausgabe der Brettener Woche, vom 13. Februar 2013 kündigt die CDU einen neuen „Verkehrsplan“ für die Innenstadt an. Dieser entpuppt sich aber schnell als ziemlich heiße Luft, wenn man den Artikel dann liest. Als einziges wirklich neues Bauteil dieses „Verkehrskonzeptes“ wird die schon so oft geforderte, aber zweifelhafte Umkehrung der Einbahnstraße Pforzheimer- und Weißhofer Straße, mit einen zwingenden Linksabbieger in die Sporgasse versehen. Dieser soll dann auf der heutigen Geradeaus-/Rechtsabbiegerspur verlaufen. Dass dann die Gelenkbusse dort eventuell nicht mehr ums Eck kommen, scheint bei diesen Plänen nicht zu interessieren. Von einer Verlängerung der FuZo vom Marktplatz bis zur Sporgasse will die CDU nichts wissen, aber sie will wenigstens die Fahrbahn verschmälern. Nicht aber, damit die Fußgänger mehr Platz haben – nein es sollen neue Parkplätze entstehen.
Dass Fußgänger, ÖV und der Radverkehr bei diesen Überlegungen keine Rolle spielen ist zwar schlimm, noch absurder wird die Situation, wenn man bedenkt dass dieses Konzept sogar für die Autofahrer mit immensen Nachteilen verbunden ist. So werden alle Autos aus Bretten-Ost in die Georg-Wörner-Straße gezwängt, wo diese dann an der Ecke mit der Pforzheimer Straße mit den Autoverkehr Richtung Sporgasse kollidieren. Wer die Situation dort kennt und wird ahnen, dass dies dort zu einer Unfallhäufungsstelle und langen Staus führen wird.
Weiter wird eigentlich nur mal wieder die Verlegung der L1103 aus Oberderdingen verlangt und sogar die Südtangente wird wieder aus den Archiven geholt, da ja angeblich auf der Wilhelmstraße der Verkehr zunehmen würde. Eine Erklärung, wieso dies Passieren soll, bleibt die CDU aber schuldig.
Dass man den Autoverkehr auch auf andere Verkehrsarten (Fußgänger, ÖV und Rad) umlegen könnte, wie dies der Stadt Karlsruhe erfolgreich gelingt, darauf kommt die CDU aber leider nicht.