Kategorie-Archiv: Interessantes aus anderen Orten

Podiumsdiskussion bei der IHK Karlsruhe

Heute war ich auf einer Podiumsdiskussion des ADFC und der Stadt Karlsruhe in den Räumen der IHK. Zuerst referierte Herr Böhner vom ADFC über die Ergebnisse des Fahrradklimatestes. Hier hatte ja Karlsruhe, im Gegensatz zu Umlandgemeinden wie z.B. Bruchsal oder Pforzheim, sehr gut abgeschnitten.

Danach gab es eine Podiumsdiskussion mit Gisela Splett (Verkehrsministerium), Gudrun Zühlke (ADFC) und Vertretern der Städte Offenburg, Karlsruhe, Filderstadt, Lörrach und Heidelberg. Ein Vertreter aus der Stadt Pforzheim wollte nicht kommen, der aus Esslingen war krank.

Die Diskusionsthemen waren teilweise sehr interessant, so meinte z. B. der Offenburger Vertreter, dass ein Fahrradbeauftragter mit einer Handlungsvollmacht vom OB ausgestattet werden muss und einen eigenen Mitarbeiterstab benötigt. Nur dann kann er sich erfolgreich zum Wohle des Radverkehrs einsetzen. In Offenburg wurde auch jüngst das 5. Fahrradförderprogramm begonnen. Zur aller [Rathausmitarbeiter] Überraschung wurde vom externen Gutachter empfohlen, den Radverkehr wieder auf die Fahrbahn zu verlegen.

Später kam das Gespräch auf Schutzstreifen, der Filderstädter OB meinte, dass diese oft sogar den KFZ-Verkehr verflüssigen, wenn wegen der Schutzstreifen Parkplätze wegfallen.

Gisela Splett erwähnte daraufhin, dass das Land aktuell Schutzstreifen außerorts untersuche. Zudem wurde über den Stand des Fördertopfes für innerstädtische RVA berichtet. Es sind bereits 285 Förderanträge eingegangen die einen Fördervolumen von 60 Mio.€ Entsprechen. Es stehen jedoch nur 10-15 Mio.€ zur Verfügung…

Weiter erfuhr man, dass Heidelberg, zusammen mit Mannheim und Ludwigshafen einen gemeinsamen Radschnellweg planen, der entlang der Bahntrasse verlaufen soll.

Zum Schluss gab es noch die ein oder andere erkenntnisreiche Diskussion.

“Radverkehr vor Ort – Landkreis Karlsruhe” erschienen

Der ADFC Landesverband hat jetzt eine Ausgabe der Reihe Radverkehr vor Ort über den Landkreis Karlsruhe herausgebracht. Darin kommen auch verschiedene Knackpunkte aus der Region Bretten zur Sprache, wie z.B. die unübersichtliche Radverkehrssituation in der Altstadt, die bergige Radverkehrsführung nach Wössingen oder gesperrte Radrouten wie die Verlängerung des St. Johannes Weges. Insgesamt kommt der ADFC u folgenden Fazit:

Im Landkreis Karlsruhe sind die Radfahrer noch nicht dem motorisierten Verkehr gleichgestellt. Es gibt Benachteiligungen bei Vorfahrtsregelungen und Ampelschaltungen. Routen, die eigentlich gut ausgeschildert sind, enden vor verbotenen Wegen. Viel Handlungsbedarf besteht auch bei den Einbahnstraßen – es ist noch viel zu tun, bis der Landkreis so fahrradfreundlich ist wie die Stadt Karlsruhe.

Zum Vergleich:
Radverkehr vor Ort – Stadt Karlsruhe
Radverkehr vor Ort – alle Ausgaben

zusammenkommen.ankommen beim MVI

Heute war ich auf der Veranstaltung „zusammenkommen.ankommen“ des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur (MVI) in Stuttgart. Dies war die 3. Veranstaltung dieser Art und widmete sich alleine den Radverkehr. Vorher wurden Veranstaltungen mit Taxifahrern und Busfahren abgehalten. Die Veranstaltung wird zu einem späteren Zeitpunkt auf der Website des MVI veröffentlicht.
Zuerst hielt Minister Herrmann eine kleine rede über das Thema, er erwähnte die bekannten Radfördermittel des Landes u.a. die Kampanje RadKultur. Weiter bemängelte er die „Steigerung” des Radetats des Bundes von 100 Mio.€ auf 60 Mio.€.
Dann begann die eigentliche Veranstaltung, wo es erst mal um die Kombi ÖV – Rad und die Situation bei Arbeitgebern ging. Erkenntnisse waren z. B. dass die heutige schwierige Situation mit der Radmitnahme (jeder Verkehrsverbund brät sein eigenes Süppchen) angeblich nicht gelöst werden könne, da dafür ja die Verkehrsverbünde zuständig seien. Warum allerdings das vor langer, langer Weile doch mal geklappt war als das Ganze noch Landessache war weiß keiner…
Allgemein wird die Fahrradmitnahme nicht als das bevorzugte Mittel angesehen, dies ist nach Landesmeinung die Abstellung am Bahnhof. Dabei wird eine Abstellmöglichkeit mit Dach und Anschlussmöglichkeit für den Rahmen als ausreichend angesehen. Gegen Vandalismus will man offenbar noch nichts machen.
Angeregt wurde, die Mehrzweckabteile besser zu kennzeichnen (große Symbole an den Sitzen). Generell will Herrmann bei der DB-AG anregen eine eigene Veranstaltung zur Fahrradmitnahme zu organisieren.
Nach einer Pause kam der 2. Teil, wo es um Infrastruktur und Sicherheit ging. Zuerst wurde klargestellt, dass man jetzt auch Radschnellwege fördern wolle und dies Beispielsweise in Freiburg schon mache. Auch das Radnetz BaWü soll in den nächsten Jahren kommen. Dabei handelt es sich um Pendlerrouten entlang der Entwicklungsachsen.
Zum Thema Sicherheit war klar, dass sowohl Radwegbenutzungspflicht als auch Helmpflicht in der Runde, keine Befürworter haben. Herrmann überlegt es sich offenbar eine Bundesratsiniziative einzubringen die Radwegbenutzungspflicht und einige andere sinnlose Radverkehrsgesetze endgültig zu kippen. Hoffen wir, dass er erfolg hat. Generell will das MVI die Kommunen in Sachen Radverkehr besser informieren.

Zum Schluss unterhielt ich mich noch mit Herrn Öhmann von der NVBW. Dieser betonte noch mal, dass das Land in Sachen Beschilderung nur für Landesrouten zuständig ist, anders gehende Meinungen sämtliche Alltagsroute würden durch das Land ausgeschildert sind also nicht stimmig. Für Landesradrouten sollen Mindestqualitätsmerkmale ausgearbeitet werden, die dann auch umgesetzt werden sollen.

Schweriner Versuch

Die Stadt Schwerin hat einen interessanten Versuch gestartet:

Auf der etwa 7km langen Strecke zwischen Friedrichsthal und der Schweriner Innenstadt wurde getestet, welches Verkehrsmittel am besten abschneidet. Die Ergebnisse sind wirklich interessat:

Das Fahrrad und das Pedelec schnitten fast ausnahmslos am besten ab, nur bei der Stressbelastung gab es abstriche die auf die hügelige Lage Schwerins zurückzuführen seien. Extrem interessant war das schlechte Abschneiden des Elektro-PKW in allen Kategorien.

Selbst bei Zeit und Komfort erreichte der fossile PKW nur den 4. Platz nach Pedelec, Fahrrad und E-Roller.

Extrem interessant ist auch die Kategorie Kosten, wo der fossile Roller am 2. schlechtesten abschnitt, schlechter als ein fossiler PKW. Natürlich gewinnt das Rad diese Wertung souverän.

Damit zeigt sich wieder einmal, dass das Fahrrad bei Entfernungen unter 5km das beste Verkehrsmittel ist. Somit ist es mal wieder seltsam, dass die Stadt Bretten alles tut, um Fahrradverkehr zu vermeiden.

Hier das Video:

Die gesamte Studie kann hier heruntergeladen werden.