Kategorie-Archiv: Allgemein

Herrmann und die Helmpflicht

So, nun hat also Verkehrsminister Herrmann ein Gutachten über Sinn und Unsinn einer Helmpflicht auf den Weg gebracht. Dies Soll klären inwiefern Helme überhaupt schützen, und ob Radler im Falle einer Helmpflicht dann wieder auf andere Verkehrsmittel umsteigen.

Die badische Zeitung hat nun einen Artikel darüber gebracht der dann doch wieder zum schmunzeln ist:

In Baden-Württemberg verunglückten 42 Radfahrer tödlich, von denen 33 keinen Helm trugen.

AHA. Bei einer Helmtragequote von 10% sollten also maximal 4 Radler mit Helm tödlich verunglücken, wenn man denn ernsthaft von einer Sicherheitswirkung von Helmen ausgehen will.

Dies ist aber ganz augenscheinlich schon einmal nicht der Fall, diese Zahlen lassen (mal wieder) eher das Gegenteil vermuten.

Es bleibt spannend, was in dieses Gutachten hineinfließt, aber wenn man die Erfahrungen aus Australien (wo man dank Helmpflicht einen deutlichen Rückgang des Radverkehrs verzeichnen kann) und die Untersuchungen aus Großbritannien (wo man feststellte, dass man mit Helm viel dichter überholt wird) dann kann man mit gesundem Menschenverstand nicht zu einer Helmpflicht kommen.

Ausweitung des CarSharings in der Region

Nachdem Bretten nun schon seit April 2 Stadtmobil-Fahrzeuge besitzt, wird das Netz demnächst auf Sulzfeld ausgedehnt. Hier werden zwei neue Elektroautos des Typs Renault Zoe zum Einsatz kommen.

Im Zuge einer Bachelorarbeit wurde im Vorfeld das Nutzerverhalten untersucht und 110 Sulzfelder Bürger befragt. Demnach könnten sich bis zu 35% der Befragten langfristig vorstellen ihren Zweitwagen abzuschaffen, 9% könnten sich dies sogar für ihren Erstwagen vorstellen.

Man darf gespannt sein, wie sich die Nutzung langfristig entwickeln wird. Daueraufträge der Diakonie und der Firma Blanco sind die neuen Sulzfelder Autos aber erst einmal in der Existenz gesichert.

Als zusätzliches Schmackerl werden in Sulzfeld neue Ladestationen für Pedelecs installiert, 9 davon in Fahrradboxen am Bahnhof.

Quelle: Brettener Nachrichten vom 7.11.2013

Ein Schritt zurück

Als ich gestern Abend aus Richtung Kleinvillars nach Hause fahren wollte, musste ich unterwegs feststellen, dass die zuständige Straßenverkehrsbehörde (mutmaßlich das Landratsamt) den für den Radverkehr freigegebenen Gehweg südlich Neff nun als einen gemeinsamen Geh- und Radweg ausgeschildert hat. Damit wird der nicht wirklich für den Radverkehr geeignete Weg auch noch benutzungspflichtig, auch wenn eigentlich wieder alles dagegen spricht. Auf der Fahrbahn ist nur mäßiger Verkehr und diese ist auch einigermaßen übersichtlich. Wegen der hohen Anzahl von Knotenpunkten kann man dort eh nicht so schnell fahren.

Auf den Seitenweg aber ist die Situation allerdings geradezu gemeingefährlich:
Der Weg ist mit 1,8 – 1,9m viel zu schmel, die ERA empfiehlt für solche Wege breiten zwischen 2,5 und 3m. Die VwV-StVO verlangen 2-2,5m. Darunter ist eine Benutzungspflicht schlicht illegal. Aber nicht nur das, im Bereich des Hohberghauses verengt eine Hecke den Seitenweg auch noch auf 1,6 – 1,7m und die Sicht wird auf grade mal 15m eingeschränkt. Sollten mal wieder ein paar Leute ihre Pedelecs ausprobieren, dann braucht man nur zu warten bis es zu einen tödlichen Frontalzusammenstoß kommt, ausweichen geht ja wegen der Hecke und der Leitplanke auch nicht.15m Sicht am Hohberghaus bei 1,6 - 1,7m Wegbreite - LEBENSGEFÄHRLICH!

15m Sicht am Hohberghaus bei 1,6 – 1,7m Wegbreite – LEBENSGEFÄHRLICH!

Aufgrund der Enge des Weges ist eine höhere Geschwindigkeit als 10km/h auf keinen Fall zu rechtfertigen, möchte man nicht in Lebensgefahr schweben.

Fahrräder spätestens jetzt Winterfest machen

Wer jetzt lesen will, wie man sein Fahrrad am besten im Keller einmottet, wird enttäuscht sein, denn es geht natürlich darum, wie man am besten mit dem Fahrrad auch im Winter unterwegs sein kann. Denn dies ist definitiv möglich und auch leicht umzusetzen:

Licht:
Hier sollte man nicht sparen, denn dies ist die wichtigste Sicherheitsmaßnahme im dunklen Winter. Zumindest das Rücklicht, am besten aber auch das Frontlicht sollte eine Standlichtfunktion haben, damit man eben auch beim Warten an Kreuzungen gesehen wird. Vor allem Beleuchtung mit Seitenläuferdynamo erfüllt zwar die StVO, ist aber viel zu schwach. Es wird empfohlen dringend ergänzende Beleuchtung mit Batterielicht oder in eine neue Lichtanlage mit Nabendynamo zu investieren. Einige Frontlichter der neusten Generation ermöglichen sogar das Laden von Handys usw. über USB-Kabel.

Reifen:
Wer sein Fahrrad auch bei Glatteis benutzen will, den kann man Spikesreifen empfehlen. Diese sind im regulären Fahrradhandel erhältlich, kosten allerdings um die 50€ das Stück (je nach Qualität und Anzahl der Spikes). Vor der ersten Glatteisfahrt sollten diese aber mindestens 40km vorsichtig eingefahren werden (heftige Fahrtbewegungen vermeiden). Für gewöhnlich fliegen beim Einfahren mehrere Spikes aus den Reifen heraus die durch Ersatzspikes ersetzt werden müssen. Auch diese bekommt man für wenig Geld beim Fahrradhändler. Das Einsetzen kann der Fahrradhänder übernehmen, man kann es aber auch selbst unter den Einsatz einer Zange (am besten eine Rohrzange oder Kombizange) erledigen.

Bremsen
Vor den Winter sollten die Bremsen und die Bremsscheiben/Felden unbedingt auf Verschleiß überprüft werden. Vor allem matsch und Streumittel führen zu einer erheblich größeren Abnutzung der Bremskomponenten.

Antrieb
Auch hier ist durch die erhöhte Verschmutzung mit erheblich größeren Verschleiß zu rechnen. Daher sollte die Kette regelmäßig gereinigt und überprüft werden.
Tip: Bei Nabenschaltungen ist meist eine vollständige Ketteneinfassung möglich. Hier bitte beim Fahrradhändler nachfragen was für die jeweilige Schaltung in Frage kommt.

Winterrad:
Wenn mehrere Fahrräder zur Verfügung stehen dann empfiehlt es sich nur eines mit Spikesreifen auszustatten um einen zu großen verschließ dieser teuren Reifen zu vermeiden. Dann kann regulär ein Fahrrad mit normalen Reifen verwendet werden und bei Bedarf wird das mit Spikes ausgerüstete Rad verwendet.

Über das fahren eines Fahrrades im Winter werde ich noch einmal in einen seperaten Beitrag unterrichten.

Fahrradklima-Test

Der ADFC testet derzeit die Bedingungen für Radfahrer in allen deutschen Städten. Dazu werden Onlinebefragungen durchgeführt. Diese laufen noch bis zum 30. November 2012.

Es wird dringend empfohlen da mitzumachen, der Fahrradklimatest 2012 war z.B. mit ein Auslöser für das 20-Punkte-Programm der Stadt Karlsruhe.

Hier geht’s zum Fahrradklima-Test.

Nach Informationen des ADFC haben bis zum 19.Oktober in Bretten 5 Leute mitgemacht und 9 in Bruchsal. Dies ist noch deutlich steigerungswürdig.

VCD-Besichtigung in Bretten

Am Dienstag, den 2. Oktober veranstaltete der VCD eine Besichtigung der Radverkehrsanlagen in Bretten. Mit dabei war u.A. auch eine Reporterin der BNN-Bretten sowie 2 Damen der Brettener Grünen. Als örtlicher Aktiver des VCD habe ich auf einige Gefahrenstellen hingewiesen (z.B. die Masten auf den Radwegen in der Bahnhofstraße, die unübersichtlichen Ausfahrten in der Wilhelmstraße und vor allem auf das lebensgefährliche Radwegende im Brückle. Auch auf die Tatsache dass kein einziger Radweg in Bretten ordentlich ausgeführt wurde habe ich verwiesen. Alles in allen wurde meine Auffassung auch von den nicht VCDlern geteilt

Berichte in den Medien:
Neues aus der Region (Entspricht den BNN-Artikel)
U&V 3/12

Start des Blogs

Heute schreiben wir den 18. Oktober 2012. In vielen Gebieten in Deutschland herrscht ein Fahrradboom, man braucht sich nur mal das nahe Karlsruhe anzuschauen: 25% aller Autofahrer wechselten in den letzten 10 Jahren auf das Fahrrad. Eine grandiose Erfolgsgeschichte. Und wie haben die das geschafft? Die haben einfach die geltenden Normen eingehalten, miese Radverkehrsinfrastruktur aus den 60ern ersetzt durch moderne Radverkehrsanlagen, die diesen Namen auch verdienen. Und wo das nicht passierte, hat man zumindest meistens die Radwegbenutzungspflicht aufgehoben. Die ganzen Verkehrsverlagerungen traten wahrscheinlich erst nach den 20-Punkte-Programm der Stadt Karlsruhe ein, d. h. die drastischen Verkehrsverlagerungen traten erst nach 2005 auf, also innerhalb von 7 Jahren. Seitdem wurden jedes Jahr etwa 1,3 Mio€ in den Radverkehr investiert, eine kleine Summe wenn man bedenkt was so alles in den Autoverkehr fließt.

Natürlich ist auch in Karlsruhe (noch) nicht alles eitel Sonnenschein, aber man kann dort gut sehen, was geht wenn man denn will.

Und was ist in Bretten und Umgebung passiert?

So gut wie nichts.

Dementsprechend niedrig ist auch der Radverkehrsanteil im Brettener Verkehr, wobei es ja bereits ein Wunder ist dass es überhaupt Radverkehr gibt, denn Stand heute ist Radverkehr auf vielen Brettener Straßen schlicht und einfach nicht legal möglich. Sei es weil die „Radwege“ viel zu eng bemessen sind und man zwangsweise in den Fußgängerbereich kommt (mindestens 10€ Strafe) und/oder die „Radwege“ gleich so gefährlich sind, dass man lieber auf der Fahrbahn fahren sollte (mindestens 15€ Strafe). Ein in Karlsruhe sehr beliebtes Mittel zur Radverkehrsförderung ist die Öffnung von Einbahnstraßen für gegenläufigen Radverkehr, doch auch hier schläft Bretten komplett, auch wenn dies nur ein paar Euro kosten würde, und zwar desjenigen der „Radfahrer Frei“-Schilder anschraubt. Als große Leistung kann man verbuchen, dass nach Beschwerden die Fußgängerzone nun für den Radverkehr freigeben wurde, nachdem schon länger eine Radroute diese kreuzt. Allerdings sind noch immer nicht alle Zugänge zu dieser für den Radverkehr freigeben, das hat sich auch nach meiner letzten Beschwerdemail nicht geändert, wenigstens wurde aber die Zahl der legalen Zugänge erhöht.

Gut, was kann Bretten jetzt tun?

Eigentlich das einzigst logische: Überall wo die Radler durch “Radwege” gefährdet werden, sollte zumindest die Benutzungspflicht aufgehoben werden, einen ersten Erfolg kann man in Teilabschnitten in der Ruiter Straße sehen: Zwischen Otto-Hahn-Straße und Ruit ist die Benutzungspflicht zumindest teilweise aufgehoben worden. Auch auf höhe des Freibades soll die Benutzungspflicht noch dieses Jahr abgeschafft werden, wodurch das gefährliche Einordnen bei der Bahnbrücke entfällt. Weiter soll das Radwegende am Alexanderplatz in Richtung Diedelsheim besser gestaltet werden und einige ausgeschilderte Radrouten sollen legal befahrbar werden. Für mehr sieht die Stadtverwaltung Bretten, die Polizei und das Landratsamt erst mal keine Veranlassung, auch wenn weiterhin viele Gefahrenstellen in Bretten existieren an denen teilweise nur deshalb nichts passiert, weil sich niemand an die unsinnigen Anordnungen der Stadt hält. Das zu beheben kostet eigentlich nichts, es müssten ja nur die Schilder entfernt werden die diesen Unsinn anordnen. Wieso das nicht passiert weiß bis auf die Verantwortlichen wohl niemand.

Hoffen wir dass sich das mit ein bisschen Öffentlichkeit ändert.